Dostojewski-Neu
Über den Verlag
Gründungsgeschichte: Vor fast 20 Jahren hat Reinhard Scheffler angefangen, alles von Dostojewski zu lesen. Dabei entstand die Idee, ein großes altes Bild mit Zitaten aus seinen Werken neu zu dekorieren. Nicht nur diese Idee, sondern auch die Neuveröffentlichung von Swetlana Geier erforderten ein erneutes Lesen, und das Suchen nach einfachen Textstellen, die einen kleinen Überblick über sein Gesamtwerk übermitteln sollen. Das erste Buch, „Einfach Dostojewski“, war das Ergebnis mit 1000 Textstellen. Durch das Studium umfangreicher Literatur über diesen außergewöhnlichen Schriftsteller, fühlte sich Reinhard Scheffler stark genug das Wagnis einzugehen, den als Fragment hinterlassenen Roman „Njetotschka Neswanowa“ mit 340 zusätzlichen Seiten zu vollenden, noch dazu mit wahrheitsgetreuen Details. Beim Schreiben hatte er keine 5 Minuten Pause (bis heute!), und die Arbeit war recht schnell und erfolgreich beendet.
Das macht Mut! Durch die Kenntnis sämtlicher Werke kam er auf den Gedanken anzufangen, an geeigneten Werken Anpassungen an die neue Zeit vorzunehmen, was ebenfalls eine Vereinfachung der komplizierten russischen Namen bedeutete. Themen, die zur Zarenzeit unmöglich erschienen, konnten nun mit eingefügt werden. Die „Armen Leute“, Dostojewskis erster und erfolgreicher Roman war schon grenzwertig, und erhielt durch die Anfügung neuer Kapitel eine größere Bedeutung. „Peiniger und Gepeinigte“ ist das Ergebnis einer kompletten neuzeitlichen Überarbeitung seines Romans „Erniedrigte und Beleidigte“. Mit der Geschichte „Der kleine Held“, beginnt nun die Reihe von Dostojewskis Erzählungen, die erweitert, vereinfacht, einfach gesagt, dem neuen Geschmack angepasst wurden. Im Teil 1 der Erzählungen sind 4 Geschichten zusammen gefasst, Teil 2 und 3 folgen demnächst.
Der Dostojewski-Neu Verlag ist natürlich ein Eigenverlag des Herrn Scheffler, der eine Neubelebung dieses genialen Schriftstellers anstrebt. Da er alles selber schreibt und korrigiert, das Cover gestaltet und mit BoD zusammen herausbringt, sind diese Bücher unschlagbar günstig (Hälfte des Normalpreises) – das ist aber das Problem, kein anderer arbeitet für so wenig Geld. Diese Bücher können online (Gebühr) oder bei jedem Buchhändler (kostenfrei) bestellt werden. Da die Exemplare erst nach Bestellung gedruckt werden, ist eine Lieferzeit bis zu 10 Tagen einzuplanen.
Ein russischer Schriftsteller in Kriegszeiten ein völliges Tabu, selbst in meinem Heimatort durfte ich keine Lesung abhalten. Die schriftstellerische Größe dieses Mannes zu erreichen kann nicht das Ziel sein, sondern durch die „Auffrischung“ nimmt vielleicht der Dostojewskikenner erneut seine Bücher in die Hand, um den neuen Verlauf zu erfahren, oder es werden neue Leser auf diesen Schriftsteller aufmerksam, der eine der größten Sprösslinge der Blütezeit der russischen Literatur im 19. Jahrhundert darstellte.
Über Reinhard Scheffler
Der Inhaber des Verlages Dostojewski-Neu wurde 1953 in Aken/Elbe geboren und ist dort immer noch wohnhaft. Nach dem Abitur begann er ein Militärstudium, brach dieses jedoch aus verschiedenen Gründen nach 2 Jahren ab. Mit dem Abschluss einer Schlosserlehre besaß er die materielle Grundlage für ein Brückenbaustudium, welches er jedoch nicht antrat, denn sein Betrieb verweigerte ihm die spätere Einstellung, da er nicht in die SED eintrat. Trotzdem schaffte er es noch bis zum Bereichsleiter für Brückenbaumontagen durch ein zweifaches Meisterstudium.
Schon als Schulkind war er eine kleine „Leseratte“ mit Hilfe der örtlichen Bibliothek. Damals begann seine Vorliebe, die Aufmerksamkeit nur einem Schriftsteller zu widmen, und der hieß Zola. Er las alles! Ein Hobby fing ebenfalls früh an, das Reimen, kam aber erst mit den „Akener Geschichten“ zur Veröffentlichung. Durch die Montagetätigkeit, der Renovierung eines alten Hauses für die dreiköpfige Familie, war das Thema Literatur für die nächsten 30 Jahre beendet.
Zwei Unfälle formten körperlich und geistig aus ihm einen neuen Menschen, und dies geschah im Zusammenhang mit dem Lesen von Dostojewski. Wiederum las er alles (auch über ihm)! Im Moment beginnt seine literarische Tätigkeit erst spät, da er tagsüber seinem Sohn bei der Sanierung eines alten Hauses hilft.
Seit Beginn des Ukrainekrieges stehen seine Räder, jedoch nicht die „Schreibfeder“, still. Verrücktes Deutschland! Kein Verlag, keine Agentur, selbst die Buchhändler (50 vorgestellt), nehmen zurzeit nichts in ihr Programm auf, was im Zusammenhang mit Russland steht. Selbst die regionalen Bibliotheken verweigern jegliche Lesung.
Um diese Erfolglosigkeit zu beenden, ist die logische Konsequenz, die Gründung eines Eigenverlages. Die bisherige Tätigkeit als Selfpublisher, das bedeutet, er schreibt, korrigiert, entwirft das Cover, alles selber, sehr zugute. Nur der Glaube an die Richtigkeit dieses Schrittes: großer Zuspruch auf der Leipziger Buchmesse; Dostojewski ist heute immer noch sehr beliebt, welches die hohe Auflagenzahl der letzten Übersetzung von Swetlana Geier bewies, gibt ihm die Kraft dazu.
Die schriftstellerische Größe von Dostojewski ist kaum erreichbar, doch dem Idol neues Leben einzuhauchen, ist schon lobenswert, zumal die Gesamtheit der bisherigen Bücher schon eine kleine Sensation darstellen, denn wer wagt es schon, einen angefangener Roman nach über 150 Jahren zu vollenden, aus Geschichten Kurzromane entstehen zu lassen und diese zusammenzufassen, und eine Frechheit ist der Versuch, aus einem guten, durch Überarbeitung, einen sehr guten Roman entstehen zu lassen, was sogar noch gelang.
Wünschen wir einem älteren Herrn viel Erfolg, der praktisch ein neues Leben anfängt.
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